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Genug der Straflosigkeit von Unternehmen! Wie viel ist das Leben wert?

Genug der Straflosigkeit von Unternehmen! Wie viel ist das Leben wert?

Erklärung von La Vía Campesina International zur Tragödie von Brumadinho / MG, Brasilien -

Am vergangenen Freitag, dem 25. Januar 2019, haben wir ein großes Umwelt- und Sozialverbrechen erlebt, das von einem der größten Bergbauunternehmen der Welt verursacht wurde. Der Staudamm „Corrego do Feijão“ der Firma Vale S.A ist gerissen und hat mehr als 14 Millionen m³ Mineralabfälle in der gesamten Region Brumadinho in Minas Gerais abgeladen.

Bisher gibt es 58 Todesfälle und schätzungsweise 300 sind verschwunden.

La Via Campesina Internacional steht in Solidarität mit den betroffenen Familien und drückt seine Unterstützung für den organisierten Kampf der sozialen Bewegungen in diesem traurigen Moment für die brasilianische Geschichte aus. Wir fordern die Organisation der betroffenen Familien auf, ihre Rechte zu garantieren und die Straflosigkeit von Unternehmen zu beenden, die Rechte verletzen und das Leben der Menschheit und gemeinsamer Güter bedrohen. Wir bekräftigen die Dringlichkeit, dass die Opfer gehört werden, um alles zu bilden den Reparaturprozess.

Als La Via Campesina verurteilen wir seit Jahrzehnten die globale Straflosigkeit von Unternehmen und ihre Aktionen in den Gebieten. Im Jahr 2015 war Vale auch für die Zerstörung des gesamten Einzugsgebiets des Doce River und der Küsten verantwortlich, eine Tatsache, die völlig ungestraft geblieben ist. Diese Tatsache zeigte, dass die Staaten in ihrer Pflicht, die Menschen zu schützen, nicht handeln. Diese Tragödie repräsentiert auch ein System der Zerstörung und Ausbeutung von Mensch und Umwelt, der biologischen Vielfalt, das fruchtbares Land im Namen des wilden Kapitalismus monopolisiert. Die Bauern von La Via Campesina prangern weiterhin die Folgen dieses Modells der Ausbeutung und des Todes an.

Wir fordern die brasilianische Regierung auf, den Opfern angemessene Aufmerksamkeit zu widmen und das Unternehmen und seine Führungskräfte für dieses schwere Verbrechen verantwortlich zu machen. Ebenso fordern wir die brasilianische Gesellschaft auf, den Kampf der organisierten Volksbewegungen zu unterstützen, damit sich Ereignisse wie Mariana und Brumadinho in der Geschichte nicht wiederholen.

Für Interviews in Brasilien:

Maria Julia Andrade - Bewegung für Volkssouveränität im Bergbau, MAM: +55 31 85 117 347

Tchenna Maso - Bewegung der von Dämmen Betroffenen, MAB: +55 27 995203101

Quelle: La Via Campesina


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