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Pestizide: Ein neuer Bericht zeigt, wie die Industrie ihre eigenen Regeln festlegt.

Pestizide: Ein neuer Bericht zeigt, wie die Industrie ihre eigenen Regeln festlegt.


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Von den 12 Methoden zur Bewertung des Pestizidrisikos, die in diesem neuen Bericht des Pesticide Action Network untersucht wurden, der in Zusammenarbeit mit Générations Futures veröffentlicht wurde, wurden 11 von der Industrie entwickelt oder gefördert.

Problem:

Bei Tierversuchen beobachtete schädliche Wirkungen können mit diesen Methoden ignoriert werden.
Daher können bei Tieren nachgewiesene Tumoren als „für den Menschen irrelevant“ eingestuft werden, gefährliche Pestizidrückstände im Wasser können als akzeptabel eingestuft werden, und 50% der Insekten- und Bienenpopulationen werden nach der Begasung nicht als Ziel ausgewählt es wurde auch als akzeptabel angesehen und die Anforderungen an den Schutz von Wasserlebewesen wurden geschwächt.

Diese Methoden sollen das Verbot gefährlicher Pestizide vermeiden und den Schutz der Öffentlichkeit und der Umwelt schwächen.

Die Industrie, einschließlich der International Life Sciences Institutes (ILSI), einer Lobbygruppe der Branche, hat diese Methoden nicht nur entwickelt, sondern in 75% der in diesem Bericht untersuchten Fälle auch Experten infiltriert wie die Europäische Agentur für Gesundheitssicherheit (EFSA) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO), um ihre Methoden zu übernehmen. Die WHO und die EFSA haben diese Infiltration der Branche nicht gestoppt und diese Situation des Interessenkonflikts aufrechterhalten.

Die Regulierungsbehörden haben nicht genügend Abstand zwischen sich und der Branche geschaffen. In 50% der untersuchten Fälle haben die Aufsichtsbehörden und die EFSA in Abwesenheit anderer interessierter Parteien individuelle Treffen mit der Industrie zu Bewertungsmethoden abgehalten.

Die Branche wurde hauptsächlich von den Vereinigten Staaten zur Entwicklung dieser Methoden inspiriert (67% der untersuchten Fälle), einem Land, dessen Regeln für die Branche günstig sind, das das Vorsorgeprinzip nicht anwendet und das die Gesundheit der Öffentlichkeit gefährdet.

Das Pestizid-Aktionsnetzwerk Europe and Generations Futures bittet die WHO, die Europäische Kommission und die EFSA, alle aktuellen Bewertungsmethoden mit anerkannten unabhängigen Wissenschaftlern zu bewerten, die auf diesem Gebiet spezialisiert sind. Die Einrichtung einer verstärkten Politik für Interessenkonflikte in Expertengremien ist ebenfalls dringend erforderlich.

Unser Bericht zeigt, dass die Öffentlichkeit und die Umwelt nicht geschützt sind, wie sie geschützt werden sollten. Die von diesen Methoden verwendete Wissenschaft ist voreingenommen und manipuliert, und die Entscheidungen über Pestizide sind weitgehend unwissenschaftlich. Die EFSA und die WHO pflegen weiterhin diese engen Beziehungen zur Industrie, um zu verhindern, dass sie objektiv und wirklich unabhängig sind.

Die Tatsache, dass chronische Krankheiten wie hormonabhängige Prostata- und Brustkrebserkrankungen weiter zunehmen und dass der Zusammenbruch von Ökosystemen (Bienen, Vögel, Insekten ...) in landwirtschaftlichen Gebieten fast vollständig ist, ist ein klares Zeichen dafür Ausfall des Risikobewertungssystems für Pestizide gemäß Pesticide Action Network Europe und Generations Futures.

Von Graciela Vizcay Gómez


Video: Pestizide: Pflanzenschutz mit Nebenwirkungen. Faszination Wissen. Doku. BR (Kann 2022).